Vorstandsbericht und Geschäftsentwicklung 2015

Auf der Vertreterversammlung, am 28.06.2016 wurde der Vorstandsbericht von den drei Bankvorständen Claus Diehlmann, Frank Ohl und Norbert Rückeis vorgebracht. Während Vorstand Rückeis über die volkswirtschaftlichen Daten, den gesellschaftlichen Hintergrund und vor allem die stattgefundene Fusion referierte, gingen die Herren Diehlmann und Ohl auf die Bilanzzahlen und die Ergebnisse ein.

Das Vorstandsmitglied der ehemaligen Rbank bedankte sich zunächst bei den Mitarbeitern und seinen Vorstandskollegen, „die uns den Neustart wirklich leichtgemacht haben und dafür sorgten, dass wir uns sehr gut aufgenommen und integriert fühlen“. So seien ausnahmslos alle Arbeitsplätze der Groß-Rohrheimer Mitarbeiter erhalten und in die neue Struktur überführt worden. Aber auch die „heiklen“ Themen kamen zur Sprache: „Preisanpassungen waren auch in der RBank längst überfällig und außerdem haben wir jetzt kostengünstige Pauschalkonten, die wir in der RBank gar nicht anbieten konnten“, so der Vorstand. „Ein gelungener Prozess und eine Entscheidung, die sich als richtig erwiesen hat und auch unser aller Akzeptanz findet“ fasste Rückeis die erfolgreiche Fusion zusammen und übergab an seinen Vorstandskollegen Frank Ohl, der die Bilanzzahlen vorstellte.

Die Bilanzsumme steht per 31.12.2015 bei 353,9 Mio.€ und ist damit leicht zurückgegangen. Den Grund dafür sieht die Bank vor allem im Abfluss von Einlagen einiger institutioneller Anleger.

Hingegen sind die Kredite auf 192,8 per 31.12.2015 angewachsen. “Erfreulicher Weise sind die Darlehen prozentual stärker gewachsen als die Kontokorrentkredite.  Die Darlehen stehen bei 172,8 Mio. €, KK bei 20 Mio. €. Ich sage deshalb „erfreulicher Weise“ weil hinter den Darlehen naturgemäß eine gewisse Substanz steht. Kauf auf Pump dagegen, also die sorglose Überziehung des KK-Kontos, ist in diesen Zeiten sehr beliebt, aber auch u.U. ein riskantes Geschäft. Unsere Kunden sind hier zum Glück vernünftig und leben nicht über ihre Verhältnisse“, erläuterte Ohl die Entwicklung. Neu bewilligt habe die Bank 38,1 Mio €, davon 61 Anträge für Modernisierung/Renovierung i.H.v. 3,71 Mio.

„Im vergangenen Geschäftsjahr verfolgten wir auf Kundenwunsch verstärkt den genossenschaftlichen Ansatz und forcierten vermehrt das Vermittlungsgeschäft“, erläuterte Ohl die Entwicklung der Kundeneinlagen. Diese sind um 35 zurückgegangen und stehen in der Summe bei 291,6 Mio. €. Während die Spareinlagen nahezu unverändert mit 119,9 Mio. € bilanziert wurden, war bei den Termineinlagen insbesondere aufgrund von Abflüssen institutioneller Anleger ein Rückgang zu verzeichnen. Die Zuwächse bei den Sichteinlagen konnten dies jedoch nicht kompensieren. Das „Gesamtpaket genossenschaftliche Geldanlage“ sei jedoch nach wie vor ein Erfolgsmodell, da vor allem das Wertpapiergeschäft bei dem derzeitigen Zinsniveau interessante Anlagealternativen bereithält, so Ohl.

„Zwerge müssen das tun, was Riesen nicht können“ war der Grundtenor des Redebeitrags von Vorstandssprecher Claus Diehlmann. „Wir sind klein, wir sind schnell, wir können reagieren – direkt vor Ort, mit ausgezeichneter Service- und Beratungsqualität“, stellte Diehlmann die Vorteile seiner Bank heraus. Das so genannte „Brot- und Buttergeschäft“, nämlich die Hereinnahme von Kundeneinlagen und Ausleihen eben dieser Gelder als Kredite an andere Kunden, brachte der Bank eine gegen den Trend gestiegene Zinsspanne von 2,41%. „Preise und Gebühren für erstklassige Dienstleistungen sind im besten Sinne des Wortes preiswürdig und daher wird es mit uns kein kostenloses Konto geben“, brach Diehlmann eine Lanze für die Leistung seiner Mitarbeiter im Kundenverkehr. Die erzielte Provisionsspanne liegt bei 0,67%. Nach Abzug der Kosten (Personalkostenspanne 1,37%, Sachkosten 0,73% und Abschreibungen 0,11%) verbleibt ein Betriebsergebnis von 0,82%. Dieses wird durch Bewertungsänderungen in Höhe von 0,05%, insbesondere durch Abschreibungen auf den Wertpapierbestand, korrigiert. Das verbleibende Betriebsergebnis in Höhe von 0,78% entspricht 2,8 Mio. €.

Vom verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von 619.425,21 € werden 4% Dividende, also 163.184,89 €, an die Mitglieder ausgeschüttet, jeweils 225.000 Euro fließen in die gesetzliche und die andere Ergebnisrücklage und 6.240 Euro verbleiben als Gewinnvortrag auf neue Rechnung. Diese Ertragslage ermöglicht eine weitere Stärkung des Eigenkapitals, das bei einer Kernkapitalquote von 16% ein außerordentliches Maß an Sicherheit für die Einleger bietet.

Die nunmehr 82 Mitarbeiter, darunter die ehemaligen Mitarbeiter der RBank Groß-Rohrheim, die ausnahmslos in die neue Struktur übernommen wurden, hätten im vergangenen Jahr mit der Bewältigung der Fusion „Großartiges geleistet“, bedankte sich Diehlmann abschließend bei seinen Mitarbeitern.