Vertreterversammlung

Raiffeisenbank Ried eG legt Zahlen vor

Unter ganz besonderen Umständen und Einhaltung eines strikten Hygienekonzeptes fand die Vertreterversammlung 2020 der Raiffeisenbank Ried eG am 20. Oktober 2020 im Bürgerhaus Bürstadt statt. 45 Vertreterinnen und Vertreter nahmen an der Versammlung teil, die von der Aufsichtsratsvorsitzenden Brigitte Daiker-Neumann eröffnet wurde. Im Hinblick auf die sich verschärfende Pandemiesituation im Kreis beschränkte sich der Vorstandsbericht auf eine kurze und prägnante Darstellung des Geschäftsjahres 2019. Die Vorstandsmitglieder Claus Diehlmann und Frank Ohl zogen die Bilanz eines durchaus guten Geschäftsjahres 2019.

Die Bilanzsumme hat sich um 1,4 % auf 396,7 Mio. Euro erhöht.

Erstmals konnten 2019 Darlehen mit einer Gesamtsumme von über 50 Mio. Euro bewilligen werden. Das ist im Vorjahresvergleich wiederum ein Anstieg um 5 Mio. Euro. Die Mittel flossen hauptsächlich in den privaten Wohnungsbau und Immobilieninvestitionen im ortsansässigen Mittelstand. Die Raiffeisenbankkunden wüssten die schlanken und schnellen Prozesse zu schätzen, denn vom Beratungsgespräch bis zur Vertragsunterschrift dauere es oft nur zwei bis drei Tage, gab Ohl einen Einblick in die internen Prozesse. „Unsere überschaubare Größe ermöglicht uns flexible Reaktionen auf die Anforderungen unserer Mitglieder und Kunden. Die genaue Kenntnis der Region, hohe Verfügbarkeit und die schnelle Sachbearbeitung zeichnen uns aus“, so Ohl. Dabei sei das Kreditportfolio unverändert ausgewogen und die Risikosituation komfortabel. Dies führt im Ergebnis zu einem Wachstum der Forderungen an Kunden um 5,8 % auf einen Wert von 232,0 Mio. Euro, die zum 31.12.2019 in der Bilanz stehen.

Die Einlagen verbuchten ebenfalls einen Zuwachs und stehen per Jahresende 2019 bei 328,5 Mio. Euro und damit mit 1,76 % im Plus. „Der etwas verlangsamte Anstieg ist kein schlechtes Zeichen, denn viele Anleger entscheiden sich inzwischen für rentable Geldanlagen im Wertpapierbereich oder in Lebensversicherungen. Ganz bewusst präsentieren wir in Beratungsgesprächen attraktive Alternativen zur Nullzinsanlage“, erläuterte der Vorstand weiter.
Dank eines vermittelten Neuvolumens von rund 5,7 Mio. Euro und kräftiger Kursgewinne stieg der Depotbestand der Kunden bei der Union Investment von 66 Mio. Euro auf 79,5 Mio. Euro an. Alleine die Kursgewinne lieferten allen Depotinhabern einen Mehrertrag von rund 7,8 Mio. Euro. In den klassischen Wertpapierdepots liegen weitere 33,6 Mio. Euro. Die erfolgreiche Zusammenarbeit im Finanzverbund wird auch durch 155 neue Bausparverträge bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall, 185 Lebensversicherungsverträge bei der R+V-Versicherung, 233 easy-Credit-Verträge bei der Teambank und 13 vermittelte Immobilien belegt.

„Die Kapitalmärkte taumeln nun schon seit über einem Jahrzehnt von Zinssenkung zu Zinssenkung. Der Nullzins ist inzwischen Normalität, der Negativzins auf breiter Front steht unmittelbar vor der Tür“, eröffnete Vorstandssprecher Claus Diehlmann seinen zweiten Redebeitrag. Eine Überraschung sei es daher nicht, dass die Bank bei der Zinsspanne auch 2019 eingebüßt hat. Der absolute Wert der Zinsüberschusses stieg zwar leicht an auf knapp 8 Mio. Euro. Aufgrund des erhöhten Geschäftsvolumens fiel der relative Wert allerdings erstmals unter die Grenze von 2 % und liegt zum 31.12.2019 bei genau 1,99 %. „Damit bewegen wir uns aber immer noch über dem Durchschnittswert vergleichbarer Genossenschaftsbanken“, ordnete Diehlmann ein.

Die Vertreterversammlung beschließt eine Dividenenausschüttung von 3% an die Mitglieder.

Diese Dividendenausschüttung auch in Zeiten von Corona sei nur deshalb möglich, weil die Finanzdienstleistungsaufsicht eine differenzierte Betrachtung des von der EZB verhängten Ausschüttungsverbotes ermöglicht. „Falls eine Bank über eine gute Eigenkapitalausstattung verfügt, die auch künftige Stressphasen gut aushält sowie für die kommenden drei Jahre eine solide Ertragsentwicklung prognostiziert, kann diese Bank eine Dividendenzahlung begründen“, erklärte Diehlmann die Besonderheit der diesjährigen Dividendenausschüttung und freute sich, dass die Raiffeisenbank diese Anforderungen erfüllt.

Die zwei turnusgemäß ausscheidenden Gremiumsmitglieder Harald Heiser und Frank Jäger wurden erneut in den Aufsichtsrat gewählt.